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entworfen

von

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Landbaumeister

Krüger, ,

o inäTirjirtttrj^ c t o r.

Erster T h e i 1.

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Quedlinburg und Leipzig, bei Gottfried Basae,

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1

Vorwort.

Uem künstlichen Erdengebilde hat die Natur einen sehr langsamen Bildungsgang verstelltet.

Jedes Thier ist gleich mit dem Entstehen seines Geschlechts auf die höchste Stufe seiner Fertig- keiten und Kenntnisse gestellt Mag sein Ge- schlecht Jahrzehnde öder Jahrtausende durchle« hen^ eine höhere Stufe der Bildung zu erklim* men^ ist ihm auf unmer versagt. Planetarische^ lind organisches Leben werden durch unwandel- bare Schranken beengt j geistiges Leben ist un- begränzty nie erreicht es das Aeüfs^rste des Er- kennefns und Wissens. In dem unermefslichen

f

IV

Gebiete desselben verschwinden die Kenntnisse des einzelnen Menschen^ wie er selbst^ im grofsen Weltenraumei

^^

Aber lange dauernde Zeiträume sind erfor- derlich, bevoi^ das Menschengeschlecht sich dem Tjbierischen entwinden, und den Flug in's höhere

f f ; *

Geistige beginnen kanö. ^Erst mufs der Mensch se\n Selbstbewufstseyn erwecken, ehe er den for- sehenden Blick auf seme Umgebungen werfen kann. Spät lernt er den von ifim bewohnten P][^n'eten und noch später dessen Verhältnisse und wechselseitige Beziehungen auf andere Welt- kölTper und den grofsen Weltenraum kennen. Anfänglich sind^ qie Ansichten höchst mängelhaft, ähnlich den schwachen Versuchen des Kindes, das in seiner Nähe Befindliche kennen zu 1er- nen. AUmählig er weitem sie sich, und voi;i den miihsam, oft strauchelnd errungenen Punk- ten schwingt er sich hinüber in unbekannte Ge- Eide des geistigen Lebens. Je höher er steigt, um so mehr zeigt sich, ihm in matter Nebel- ferne Vieles des Unbekannten im Gebiet des

%

' \

Glaubens und Erkennens, und in den uneirforsch-

t

ten Räumen des Körperlichen. Beim weitem

Vordringen nimmt es an Deutlichkeit zu und

»

geht zuletzt in die Masse des richtig Aufgefals-

^ - ,

ten über«

Mehrere Versuche, die dunkle Geschiebte

I

des Erdkörpers und seiner frühern. Bewohner auf- zuhellen, mul^ten mlCsglücken, weil man aas

Unkunde des Weges das Gebiet der Geschichte

'■ ' '

der Urwelt verfehlte, und in fremdes gerieth.

I

Hatte man es }a erreicht, so. genügte sehr oft

... .-■*.■.■,'' '..■.■ nur dessen äufserster Saum , und unentdeckt und

verschlossen blieb sexn Inneres. Von den älte- sten Zeiten der Menschenbild ung an, bis zu uns hinab sind viele Lehrgebäude über das Entstehen des Himmels^ der Erde und alles hier Lebenden

f

entworfen worden. Die meistei;!, vorzüglich die altern, waren nicht geeignet^ die erhabene Qrölse des Weltalls, die daselbst vorhandenen, ewig wahren und doch höchst einfachen Gesetze, und in der xinendlichsten Mannichfaltigkeit die ger?^ gelste Or&ung ru erkennen.

ft

rfM-

1.

Erst in ^er zweiten KAlhfi des letztvergan- genen Jal^'bnndert8 lehrten Mäpner mit schar- /fem Blick und hohem Geist, die .immersbaren Räume de$ Weltalls kennen, entdeckten die un-

.

wandelbaren Gesetze, welche jede Störung der höchsten Ordnung verhüten) und lehrten, wie Naturkdrper .sich erzjßugen , auQpsen w)d ihre

Bestandtheile an andere abgeben. Jetzt vermoch-

■/ . . " '

ten ^dete, eben so geistreiche Männer, richtige Begriffe von dem Entstehen des Erdplaneten und

seiner ersten Bewohner zu verbreiten, und meh-

•. .

^ere der vielen Imhümer zu verbannen, aus ^enen man eine Gesehiclite des Erdkörpers zu- sammengesetzt hattTb

= ■'»"■*.'.''

Aber die meisten dieser Lehren liegen in vielen Werke^n d^s In- und Auslandes zerstreue^ sie zu sammeln, aus ihqen das Brauchbare zu entlehnen, fehlt es den vielen in Deutschland vor- handenen Freunden der Geschichte der Urwelt an Zeit und Mittel. Eine vollst^dige^ Sammlung alles dessen, yr^$ ältere und neuere Sc)ui£ten über

^- I -1 -.

Kosznolo^en^ GeologieUi Geo^osieo^ Mineralogien

/

»■II llllllli

eine ^jEwBfidiersaaimliifig aus, welche wohl mir seltea angetroffen wkd. Wie sollte üh der ^mekie Mann, der dieee Wissonscbaft . als LiablingifiMli befrachten^ muTs, zusammen bringen können.

wurie in Deutschland die €#-

V

schichte der Urwelt theiSlweise in den Wwken über das Entstehen des Erdkerpers und fiher sein nen Bau voi^ecragen. . Andere Thmle enthielmt wieder diejeiygen Schriften, welche ^h mit ded Versteinerungen und mit der urweltUckmi Natv^ geschidhte be8ch&ift%ena B^ide 490» eaeheii nicht genug odi £e ^nge VeilKOidung euiaderfc^ sam, in welchem der Brtterper und siSne B0^ Weimer mit andern N&afnrisk&rj^em imd doitt grolsen Weltenraum stäien. A^tdh wiid gefröhn->' lieh ein einzelnes Lehrgebäude zur Cirundlago angenommen, voti &Un lAiigen Sbäbm und neuevn aber wen^ oder sehr eft gaoc kem^ Nachricht gegeben« ^

/

'In der 'oeussien Zeit sind awar zw^ Werke'

VllI

m0m

erschienen y welche sich ausschliefslich mit der UTrwelt beschäftigen ; sie bestehen aber nur aus', einzelnen Abhandlungen über ur weltliche Gegen* ; Stände, vorzüglich der organischen Welten, und geben keine vollständige Uebersicht des Ganzen. > Die Urwelt des Prediger B allen st edt hat das .

.grofse Verdienst, dafs sie durch die allgemein '

verständliche Schreibart die Liebe' . zu diesemi 'Z we^e des menschlichen Wissens überall er* wecl^te. Der Professor Link dagegen beschäf- tigt sich, Quf eine höchst anziehende und beleh- - rende Art^.in der ^. von. ihm herausgegebenen Ur- . yrelt mehr xpit deni gegenwärtigen, als mit ur^ .'

■i

üjeltjücb^ Schö]|^ngen> und nur einzelne Ab- luuadlupgeti^rbeUen durch Untersuchungen, reich ^ an . Scharlsinn und Q^ih^lt , einige dunkle TheiLe -^ der: ur weltlichen G^esthichte«

c*

Aufset: diesen erscheint feit drei Jahren ein Archiv für uxweltliche . ^Entdeckungen. -- Da es sich auf die neueste Zeit beschränken mufe^ so < kann es sich wenig und mehr gelegentlich über Lebren und -ge.^aijsnü^lte £i&brangen:der «veifgan-

IX

I

I

genen * Zeiten verbreiisexi, und müfs.sie als bekannt voraussetzen. Sehr oft wird darin von den Ah^

.sichten ein^s Httt-ton, de^Gartes,^ Breislak^ « ' . ^

Whiston, Buffon und' anderer berühmten Man-

ner, von Zeiträumen der Erdbildung, von man- cherlei Klassen, Ge6c|;ilechtern und Arten der Ver- ' Steinerungen gespcochen« , Nicht alle Leser des Archivs sind damit aufs - Innigste bekannt. Ur* weltliche Kenntnisse sind zwar keinesweges jetzt ein ausschlielsliches Eigenthum einiger Schulen geblieben, sondern Jiaben sich unter alle gebildete Menschen in Deutschland verbreitet Aber nicht alle haben Zeit und Gelegenheit, ältere und neue Werke darübet nachzulesen«

!

Eine kurze üebersicht der bisherigen Forf- schritte in dieser Wissenschaft von ' den ältesten geschichtlichen . Zeiten an, bis zu den jetzigen zu geben, und aus den gröfsern und kleinem Wer- ken dasjenige auszuheben, was das Entstehen und Ausbilden des Erdballs und sepier altem 6e« vrohner bis zur letzten Umwandlung der Erd- rinde betrifft, das war der Zweck der jetzigen

•«

r

€««chichte,jder Urwelt. ihre Absicht i^t xucht,. durch /emersoMtone Muthmalsungen zu gBUi^en^ sondern sie, will nur das bisl^er darüber Gesagte ordnen, dadurch neue Ansichtjen erö£Enen, durch Zusammenstellen das Falsdie vom Wahren -sondern, und dieses letztere so heraushebet dafs .es jedem Unbefangenen als Wahrheit erscheinen muTi^ Mehreres konnte nur berührt, Vielte mir •angedeutet, Manches niufste gani: - weggelassen werden, wenn nicht ein bändereicheg Werk ent* «tehen solka, welches dadurch seinen Zweck, ^in leicht anzuschaffendes Handbuch den Liebhaben! der > Wissenschaft darzi4>ietein, verfehlt hätte«

i}9iiunepe ^ec^ogische System hat die meiste Wahrspheinlicihkeit für jäcb. Es reifst nicht die ^S» a\is der Verbindung mit andern Wellkör- pern., behandelt sie. nicht als todte IJlAasse, lälst dies^ben Kräfte i^m erstmi Entstehen bis sur letzten iUnd<$qbiIduiig, auf dnerlei Art thätig seyn, und nirnm^ kein Fremdartiges in sich auf, wie die Anhänger der Niederschlage at^^ dem Was-

XI

*

serflü8sigen ei I>ei vulkaniscben GeHrgsarten und

; die Anhänger des Feuerflüssigen es bei den aus

f - ■■ . ^ .

, Wasser erzeugteh GeUrgsarten thun mössen.'

w

1 IVlit. grosseren Schwierigkeiten war di« Au^^

I wählen in dem zweiten Tbeil des Werks vefbun-'

^" . , "'

.den. S^ mebrem lahrz^henden hat sich die Zahl

I. , , - .

; d^ entdeckten lleberreste von urweldichen Thier«^ und PQanzenarten sehr vergrdfsert, und bei der - überall erwachten Liebe zur Urwelt erweitert sich ' ^lich dieser übergrolse Reic^thum. Was davon .im zweiten Thi^il au^ef^hrt ist^ wird theil weise den geiib^n Rammlern bekannt seyn, nind ^a^ ihnen gM^^gÜltig ^er^cheinen, was andere i|vieder für merkwürdig und neu «halten , und worüber

sie noch nähere Auskunft wünschen werden.

>

Vorzüglich möchte wohl der getroffenen Auswahl in der frühesten Geschichte des Menschenge- schlechts von Einigen übergrofse Kürze , und von Andern wieder zu groCse Weitläufitigkeit vorge- worfen werden; denn über keinen Gegenstand der Urwelt sind die Ansichten so verschieden^ als über diesen.

xir

Bei allem Bestreben, nur das Wahre oder

, . .. ■. . ,

*

Wahrscheinliche zu sagen, ist es doch Tunvfermeid- . lieh, Widersprüche zu erregen. Kann sich eine auf Urkunden begründete Geschichte eines Volks oder Reichs solcher nicht erwehren^ wie sollte^ diß: meist auf Muthmafsungen gegründete Ge- schichte der Urwfelt davon frei bleiben. Dankbar wird der Verfasser derselben jede Belehrung an- nehmen, und in dem von ihna herausgegebenen . Archiv für Entdeckungen aus der Urwelt bekannt machen; Noth ist ja viel Schwankendes und Un- gewisses in dieser Wissenschaft vorhanden. Wer ' ■■ . . < '

hier das Wahre von dem Falschen scheidet, und den Irthüm verscheucht, der ist der wahre Be/ör- derer äer Wissenschaft.

ja h i , I t. '

I V . , 1

Seite

Mittle! tung^. •••..•♦••.•♦.«•.* i

leschichte der Urwelt Erster Theil. Der Erdkörper . *i8

Erstes H^aiTpstüfTlt. Der Weltenraum . '. . . ♦' ig

Erste Abtheiluug. Das Leben im Allgemeinen . 20

Zweite Abtheilung. Das Leben im grofsen ^

Wehenraüm .••'.•..♦♦....*.''. 25 Dritte Abtlieilting. Die Welt^erper « . .,• 51

A. SonnenkÖJ-per •♦•,.',,,♦,•,..• \

B. Planetenkörper , . ...'.'. . . 42

C. Kometenkörper . , . . /. ... . * .. .48 Zweites H^nptstüek. Der Erdkörper •..,••• 67

Erste A'b th e i 1 u n g. ' Muthmaisungeii über das Ent- stehen des Erdkörperi ....♦....♦., 69 L Dre Erde und die übrigen Weltkörper sind aus

Ürstoifen gebildet worden ....... 77

A. Die Urstoffe sind von einer ewigen Urkraft er- schaffen . \ . /. . ' . . . . * * 79 (Lehren der Hindu. 2. des Zendvolks.

5. der Aegypter. 4. der Phönizier 5. der Juden; fr. der Griechen Orpheus.)

B. Die Urstoffe sind gleichfalls ewig^ wie die gott« liehe Urkraft, und wurden von ihr nur geordnet, gg (7 Pythagoras. 8* Ekphantes. ' 9. ' Xenophanes.

•10. Parmenides. 11. Anaxagoras. 12. Phcreky« des. 15 Plato. 14. Aristoteles. 15. Zeno.)

C. Die Urstoffe ordnen sich belbst nach Naturgesetzen» 207 a. Entstehen dei Erde au^ dem Chaos . 110

(16. Phönizier. 17. AhaJrimander. 18. Strato. 19« ^ Leucip^. 20. Democrit.' 21. Epikur. 32. de Cartes,) b* Entstehen der Erde aus den) Wasser . . . 125 (23. Budhtiistexi. 214. Aegypter. 25. Thaies. ^S. Be- ' Tosus. 27» Burnett. 28* ▼• Gleichen. 29. Krüger* 50. Silbdrschlag. 51. de Luc.) c. Entstehen der Erde aus der Luft . , . 158

I

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I

(fS. Atia^dmeMc 54. Ardickiii« 35. Franklin. 56. le Granne«' S7* ▼• i<eoakar^ 3^8« Laplace.) 4. £nttleben der Erde ans Feuer •••••• 14s

Xf^eraclit. 40. Breialak.) « ^ £atttefaefi der Erde aiu Lidit nnd Ae^er 146 (41. Hendiel. 4s. ▼• Strombeclu. 4«(. Oken.) UU Oie firie ifaf irlUier kern Planet, jondem'ein an- derer Weltkörper. . i . . ' 149 A. Sie Sit «ins Jungen Weltköxpexatasanm«^Eesetit 150

(44.ei9 Ungenannter.) SL' ' Die Erde"^ war eine Sonne '• « . . « « 151 (4$. r. Leibnitc. 46* äe Mailfet. 47. v. Büffbn.)

C Die Erde fiar ein Komet 157

(4^ WÜkten.' 49. Smitkaon Tennant 50« ▼• Gruithnifen«) * ■IIL Die Erde kat einen geringen Anfong gekabt und

nek telbtt ausgebildet . . , « x62

Zweite Abtkeilnng. Versckiedene Annahmen über

die innere Beschaffenheit des Erdkörpers . * 179 I. Ist das Innete des Erdköi'pers kohl odier dickt? igi (i. T. Bttffön. ß» Franklin. 5. Laplace. 4. Voigt. Clairiant. €L Gleres. -^ Symmes. 7.Gomionts« g. Cklacfni und * FrauenkoliNr« Halley. lo. Steinkioser.) U. bie Eigensckwere des Ebrdkörpers ' * . » 190 III* Sind organische Geschöpfe im Innern des Erdkör*

pers Torkanden? . ^ 194

Dritte Abtkeilung. Langsames Ausbilden des Erd«

körpevs durckeigenthümliche pkinetarische Kräfte 205

I. Stdffe des grofsen Weltenranms . . ^ 21t i. Elektrisch «galraniscker Stoiff .»...*• 219 ft. Licht 224

II. Unwägbare Stoffe des Erdkörpers * •. f *5h A. Ucsprän^Iick einlache Stoffe. (Wirmestoff

MagneÖscher Stoff 23a

Spifter entstandene Urstoffe.-* (Sauerstoff -—Was- serstoff ^ Koklenstoff u. s. w.) 257

Drittes Hkulptstück. Die Erdrinde .' . . « 267 Erste Abtheilung. yerschiedenartigeMass^ aus

deneA die Erdrinde sosämmengesetzt ist» 26s

Seite Zweite Abth'«ila]i*g^ M^tl^MJlMUigia iUbftt <Ue

allnUOilig^ A^LsbilduDg der Exdrinde 274

Dmch ^unterirdit6he« Fetter » . ^ . « . n^g ' (i. Roy. 2* Hookei, - %, Moro. , '4. Hatten.).

H. Durch ^Wasser ••«••;.*• 284

(5» Woodward« S.delaMetherie. 7. ▼. Humboldt. g.Kirwan. 9«v.Lixinö. 10. Werner.- 11. Scheuch- "MX. 12. Fluche. 13. Halley -~ KlugeL) m. Durch auf^Eestunte Weltmaasen ^ ^t. 294

. (i4GelpkeO IV. Durch kosmische und planetaritch^ KsrSfte 296 Dritte Ah th ei lung. Zeitfolge der Erdrindenhil-

dung in groiieii Zeitabschnitten .• 3^

Erater Zeitraum. Zeit der Uvgebtrge Plane-

tarischea Leben •••• •• ^1

I, Urfelsarten mit drei BeatandtheileB. 551 (i.Güeils^ndGnuilt. 2. Glimmeraehiefer. ^8lei-' tit. 4. Sienit) IL Urfelsarten mit wlbigir als dfrei BMaAdtheOeh. iSS (A. Quartreihe. 5. )2*>*i^<^^ ^ Urkünel- schieler. B. Olimmerreihe. 7. Urihonibhi^ fcr. $• Urthonporphyr. G. Feldspathreihe. 9. Weilktein. 10. IMrapp. ix. Serpentia. 2»rVt^ kalk und Urgyps). Zweiter Zeitraum* Die FlfHueit Organisch#t

Leben ..''..••.' g?»

Erster Zeitabschnitt. Uebcrgangs* Gebirgt-

oder Grauwackea- Bildung 405

L Cehirgsarten, lifanlich den Urgebirgen . « 406

II. Wirkliche Flötxgebirgsarten . 407

(A. Kalkreihe, i. Ueberg. - Kalk. Ueberg,- Gyps. B. Kieselreihe. ^GranwadLe. CTh eu- re ihe. 4. Ueberg.-Thontchiefcr« ^ Thoneisen-

stein. Zweiter Zeifabiehnitt. Alter Kalk* und Sand- stein ' . « 415

L Alpenkalk' und rother Sandstein 414

(A. Kalkreihe, i. Alpenkalk. a. Aelte^r Gyps. B. Kieselreihe. 3. Alter Sandstein. 4. Alter Kohlensandstein* 5. FlStiporpbyr.

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Gi T h o v r e ih e. ^* Aelter« SUinkohle. ' /• Sohle- ferthen.) ' T ' \ ' '

II.. Jurakalk -*• und hunter Sandstein \ ; » . ..439 (A* Kai kr ei he. 1. J^aka^k. 8/ Rogen$teili. 5. . Schlottehgyps und Steinsalz. «B. Kiese lreihe> ' ^ 4. Bnnter Sandstein. C. T h om i«i h e. - 5. Jura- Steinkohle» ;6.-0«4arhte Thonlager. 7. Mergel- .schiefer. R*gi-.Conglohierat. * . '. -. ' Dritter Zeitabschnitt. Muschelkalk- und Qiia- ^ dersandstein. '. . » ,, . .*.•♦•;, ....>. 441

2 . (A. Kalkreihe. 1'. Muscüelkalk. 2. Kreide. 5. -i bleuerer Flötzgyps. B. Kiesel reih 4. Qüa- . dersandstein. 5. Neuer K^hlcnsandstein. G. Th'ot^ -reibe. 6»^B^iner-'Thdn. 7. Thotimeirg^l. ^. Stink- ' ^ . schief ermergel» '9. Jüngerer Schiefertlibni ' to. ' Neuere- Steinkohle;) ^*^' I .> 1 1 •.*.! *

VietXeir Zei.t:tbtohiift.t. Jiingste Flötigehirge 450 (A. Kalk reihe. 1. Kalktuff. 2. Kalkniergel. 3. 3' .Bieiiier Kalk. 4. Neuester ipRtxgyps. -5. Süfswas- > verkalk. B. Kie&el reihe. 6. Planer Sandstein. -G. Thonreihe. 7 Töpferthoiw Thonmergel. .9. Brarüikohle. xo. Tdrf. Dritter Zeitraum. Aufgeschwemmtes Land

Geistiges Leben. ... i ••.,.. . 472 (A. Kalkreihe.- 1. KalktufF und Tropfstein. B. .Kieselreihe, a, Sand. G. Thonreihe. 3, Lehm. 4. Neueste Braunkohle. 5. Jüngster Torf. Erster Zeitabschnitt. Zeit der Buhe. •■. 490 Zweiter Zeitabschnitt. Fluthenzeit . . * . -500 Dritter Zeitabschnitt« Jetziges Festland . 509

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Einleitung»

^»— ^^

Alles Lebende beschtähkeil ftaüm und leitj nur der Urquell, des Lebens ist unbeschränkt. Ein un- endliches Wesen schafft und erhält eine unend- liche Welt. Sich hier einen Anfangs ein Ende, ein Erstes, ein Letztes zu denken , ^ vermag nicht der schwache Verstand des Erdenbewohners.

Der grofse Weltenraum erscheint in Raum und' Zeit unbegränzt dem höchst gebildetsten Men- schen; dem rohen und sinnlichen Naturmenschen schon sein Wohnsitz, der Erdplanet. Wie käme er zu einem deutlichen Begriff von der grofsen Ausdehnung desselben! Selbst der glühendsten Einbildungskraft ist es unmöglich ^ sich diese Aus- dehnung deutlich vorzustellen^ ja dem ' schärfsten Verstände^ sie aufs genaueste zu berechnen. Welche Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, welche Fol- gerungen miissen nicht auf einzelne Thatsachen gebauet werden, um aüszumitteln , dafs der Erd- körper etwa 9650 Millionen Kubikmeilen grofs sey ?

Gegen diese Masse verschwindet das Erden- gebilde, iVIensch genannt, dessen Gröfse höch- sten« IG Kubikfuls beträft« mithin eine Kubik-

' meile zu 15,144,^50 MilKonen Kubikfufs gerechnet, noch nicht den 5j4839^''26,95o,ooo90oo,ooo,oooten Theil des Erdkörpers einninimt. Er steht zum Krdkörper in eintm kleinern Verhältnifs , als das kleinste Gewürm zu dem Ton ihm bewohnten höchsten Baume. Es kann uns nicht befremden/ wenn der ungebildete Mensch die Erde als eine unermefsliche rauhe Fläche ansieht, ewig blei- bend und unwandelbar vom unbegtänzt^H Meere umflossen. Als ein Erstarrtes, als ein Todtes er- scheint ihm das, Ganze und jeddr einzeln^TheiL Wie sollte auch der sinnliche Mensch Be- wegungen und Veränderungen wahrnehmen, die nur sehr langsam eintreten und viele Menschen^r alter umspannen. Jede langsame Bewegung, selbst * an menschlichen Kunsterzeugnissen, Wird nicht be- merkt, und nimmt den Schein des Beharrlichen am Dem Gange des Sekunden - Zeigers kann das menschliche Auge folgen, nicht aber der Bewe^*- gung, welche der Minuten- oder Stundenzeiger macht. Um. sie wahrzunehmen, müssen festbe- stimmte Punkte vorhanden seyn, welche die RaumyeiÄnderung erkennbar .machep. Für einen solchen, in engen Schranken eingeschlossenen iBeist xhufs die Erde so lange ein Beharrliches, ein Un^ Veränderliches seyn, bis Erscheinungen entgegen- treten, die auf ein verschieden Gestaltetes in frü- hem Zeiträumen hindeuten. Sie erwecken dann dies Bestreben, auch die Jugendgeschichte des von ihm bewolmtfi« ^dplaneten aufzt»uchen.

«^

Wo sie aber fibdeti? Das Entstehen der Erde'9 ihr filiheres Ausbilden liegt in -einem Zeit- rauin, der lange vor dem .t)aseyn des Menschen- geschlechts vorausging. Unmittelbare Kunde kann nicht auf dieses gekommen seyn. Alles, was es vermagv ist, sorgfältig jede einzelne dahin gehörige Thatsache zu sammeln, das Gefundene zu ord- nen, und die mannichfaltigen grofsen Lücken durch Schlufsreihen auszufüllen. Das ist ja die göttliche Kraft des menschlichen Geistes, dafs er vmnag, auf einem kaum bemerkbaren Grunde ein Gebäude von Folgerungen zu errichten ,- und

' 80 eine Brücke in weit entfernte Räume und^ Zeiten überzuschlagen. Der Mensch, der in Schlaf- und Nahrungssorgen ein Uranus - Jahr von 84 Erdenjahren nur selten durchlebt, lernt doch grofse Weltenräume ausmessen, und längst ver* ichoUene Jahrtausende wieder in die Gegenwart ta zaubern. Leicht ist hier Täuschung möglich, das zeigen die oft mifslungenen Versuche, den Sciileier der kommenden Zeiten zu lüften. So

r wie hier oft , sehr oft der Erfolg die siohez^te

' Vermmhung als unwahr darstellt, so möchten wir oft unsere Darstellungen vergangener Jahr- himdekte als eitlen Trug finden, wenn wir sie noch einnfal selbst durchleben könnten« Eine\ einzige unrichtige Ansicht, eine falsch gedeutete Thatsache wird der erste Ring zu einer langen

u Kette von fedschen Schlüssen und UnwArheiten.

' Die Geschichte unsers Erdköipers muTste

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höchst mangelhaft und unrichtig dargestellt wer- den, so lange ^an zur Grundlage derselben 'den Satz machte, dals die Erde ein Todtes, ein ^rr' starrtes sey. Viel Mühe machte das Aufstellen dieser Geschichte nicht $ man hatte nur nödiig, di^ Zeit des Eütstehens und die Umstände aus- , zumitteln, oder zu erdenken,, welche dabei fconn-? . ten Stau gefunden haben. Alle Veränderungen, die späterhin eintraten, waren zufällig, picht xtoth* [ wendig durch eigenthümliche Verhältnisse her- beigeführt. Das grofsje Mineralreich hatte sich j seit der Schöpfung der Erde . wenig verändert, eben so Pflanzen und Thiere. Einmal in's Lebea l gerufen , bleiben ihre Geschlechter und Arten un- . verändert, und;es' durfte nur nachgewiesen Wer-, den, w!^ sie sich aUq;iählig ausbreiteten, und die Eraoberfläche einnahmen. So hatte sich eine Ur* geschichte des l^rdkörpers gebildet, die noch vor wenigen Jahrzehnten al& unumstöfsliche Wahrheit galt. Jede ihr widersprechende Aeufserunig wurde ~ als Verirrung des Verstandes , als Ketzerei be- trachtpt»

Das verflossene achtzehnte Jahrhundert er- weckte aber in den übrigen verwandten Natur- wissenschaften ein reges Leben. Die Stern- und Himmelskunde lehrte einen unendlichen Welten- raum und in ihm Millionen von SonneUiiund Pla-> neten kennen. Der Scheidekunst genügten nicht mehr d^ ersten Anfang£versuche der mechani- schen Abänderungen unid . Verbindungen } . sie er-

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hob sich zu einer selbsfeständigen Wissenschaft, welche die Urstoffe nicht in den grobem irdischen Massen, sondiem in den allgemein verbreiteten feinen, unwägbaren Stoffen fand. Die neu ent« fetandene Geognosie wies in den Gebirgen und ihren Schichten eine foestiramte Reihenfolge nach, wie sie in weit von einander entfernten ZeiüSu« men sich gebildet hatten.

N€K:h allen diesen Erweiterungen des mensch->' liehen* Winsens, konnte sich die Urgeschichte des Er&örpers nicht in ihrer alten Gestaltung cfrhal* tea. Die vielen in der Erde aufgefundenen lieber- leste von Thier- und Pflanzengeschlechtem ai?s sehr entfernten 2^iten fenden nicht Raum in den alten Gränzen, wekhe sich die Urgeschichte ab- gesteckt hatte« Sie mufste die beengenden Schran* ken nkderreifsen, und sie immer mehr erweitem, so wie die Entdeckungen sich mehrten.

Seil euch z er war* der erste, welcher durch fleifsiges Sammeln der Ueberreste jener ausgestor- benen Sch&pfung^n und durch Abbildimgen der* selben, in Deutschland die Liebe zu diesen» Zweig der Naturkenntnifs erweckte. So grofs die Verdienste dieses Mannes sind , so war doch sein Gesichtskreis zu beengt, um eine völlige Umbil- dung der frühern Geschichte des Erdkörpers vor- zunehmen. Er kannte nur eine einzige Um- wandlung der Erdoberfläche, die Sündfluth, und alle in der Erde gefundene organische Ueberbleib- sel mufsten aus dieser kurzen Bildunp^szeit her-

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stammen, und den jetzt lebenden Schöpfungren; angehören, Ple seltsamsten Erklärungen wurden erfunden, um eine solche Annahme zu be^täüg^n« Nach Scheuchzer achtete man eine Zeit« lang sehr wenig auf di^ in der Erdrinde aufbewahr- ten Denkmalen Das Entstehen und Ausbilden des Erdkörpers beschäftigt^ zu sehr die damaligen t^aturtorscher» Ob die Erde sich als todter Nie» , derschlag aus der Urflüssigkeit gebildet, oder aus einer feuerflüssigen Masge nach dem langsamen Erkalten entstandlen sey^ darüber wurde mit Bit« terkeit gestritten. Nur gelegentlich fiel -ein piick. der rüstigen Kämpfer, auf die frühem .prganiscb<?n. Welten, um von ihnen Waffen zur Bestätigung« der angenommenen Meinung und zur Besi^gung des Gegners %u entlehnen. In diesen Streitsucht tigen Zeiten konnte die^ Ges(fbichte der Urwelt sich wenig -ausbilden^ nur einzelne wichtige Tbat^ Sachen , wurden gesammelt, dereinst zum Aufbau, der Wiösen«:haft sehr brauchbar, /

' Erst dem grofsen t.ehrer im weitem Gebiet der Naturkunde, unserm Blumenbach, verdankt die GeschiT^hte der Urwelt einen festen Standpunkt, Er machte zuerst darauf aufmerksam , dafs die aufgefuncienen üeberreste von Thieren und Pflan- zen verschiedenen Schöpfungen und Zeiträumen angehörten« Nur einige derselbe^ kommen un* bestreitbar mit den jetgt lebenden überein, andere sind ihnen mehr oder weniger ähnlich, und noch andere, von alterthfimlicher Gestalt, ganz ausge«

storben, und nicht mehr unter, den Lebenden zu finden. Durch diesen mit Tfaatsachien nachge- wsetien Grundsatz erlitt die Geschichte der Ur« Trelt eine völlige Umwandlung.

Um dieselbe Zeit machte der unsterbliche Werner^ wieder ein Deutscher^ auf die verschie- denen Zeitalter der Gebirgsarten aufmerksam^ ipnd ^huf eine neue Wissenschaft, die Geologie, durch welche der dunkle Gang der Erdrindenbildung hell erleuchtet wurde. Jetzt erst hatte die. Ge* schichte der Urwelt ein bequemes Fachwerk er« L halten, in weiches sie die gesammelten Ueber« ^ leste längst Verstorbener Thiere und Pflanzen ein« tragen und nach einer festen Ordnung aufstellen klDiiinte. Nicht mehr genügte eine einzige Uebei^- Khwemmungszeit, um die Erdoberfläche umzu« bilden, und allen damals lebenden Wesen ein Grab zu. bereiten^ sondern grofse Zeiträume der Erdbildung wurden sichtbar, in denen organische Schöpfungen lebten und untergingen ^ und dec Äniang des Erdkörpers verlor sich in neblichter Ferne. '

Die nunmehr^ gewonnene bessere Ansicht von dem Alter, Bau und der Umwandlung des Erd* körf^rs erleichterte den neuem grofsen Naturfor» schem das Beslrebeh, die Naturgeschichte der alten Erdbewohner von allem Fabelhafiten zu r&r nigen, und das^ Gebiet der Geschichte der Ur- welt durch sorgfältige Beobachtungen und merk- würdige Entdeckungen zu erweitern» Vorzug^

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liehe Verdienste um sie erwarben sieb, ein Söm- . m'ering^ Leon.härd9 Humboldt und andere unter den Deutschen, ein Cuvier, Brongniärt, Faujas St Fond^ L'amark u. s. w. unter den Franzos^i. Andere Völker erweiterten nur durch einzeln^ . Beol^chtiiAgen und aujpgefündene 7hat- sachen die Naturgeschichte der Urwelt.

Aller ^eser grofsen Bereicherungen ungeach- tety erhält sehr oft die Geschichte der Urwelt nur einen kleinex^ Winkel in den Lehrg^läuden der mineralogischen Wissenschaften, meist nur als Anhang angewieseiji $ z. B. in der, allen I4ebha- .bem der Naturkunde des Erdkörpers upentbehr« liehen; ;

Propädeutik der Mineralogie. Von Dr. . C. C/ Leonhard, Dr. J. H. Kopp und C.L. Gärt- ner, m. K. Frankfurt am Main, : 1^17. gr. Fol. Ein^ ' gleiches Verfahren beobachten mehrere Naturforscher,^ Welche die Körpel: der jetzt leben- de^ Wek beschreiben,' selbst Blumenbach in seinem schon zum zehntenma][ au^ele^en Hand-« buch. Mehrere neuere Geologen und Geogno^ sten, z. B.' Breislak, D^Aubuisson u. a. tti. verweben Theäe der urweltlichen Geschichte in

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den aufgestellten Lehrgebäuden. Aber . eben so gut*>wie.die nq^he vi^rwand^e Geologie und Geo- giiMie, verdient die Geschichte Her Urwelt ein eigen« thiUnUches Fachwerk in doontgrofaen Raum der mienschlichen Kenntnisse zu-i^rhaltfUf da ihr ein sorjgrofses Gebiet angewiesenJst. .^ ..^' .

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Sie umfaCst nämlich die Oeschiiclite des Erdkörpers und seiner UrbewoKner vom ersten Entstehen derselben, bis zur Ause bildung des jetzigen «aufgeschwemn^ten Landes hinunter. Diese Fluthenzeit bildet den iestbestimmten Endpunkt der Urwelt. Ihr Anfang aber liegt in weiter dunkler Feme^^ und ihr ganzes Gebiet enthalt noch sehr viele unbe- kannte Flächen« Dankbar erkennt sie die grofse Beihülfe an, welche ihr in den schwierigen Un- tersuchungen und vielen Räthseln die Geologie Hnd Geognosie gewähren} denn jede von ihnen gemachte, wichtige Entdeckung bringt auch ihr Nutzen y und gern beweist sie sich erkenntlich|, und theilt Entdeckungen mit, ' ^ sie a^ eige- Binpa Gebiet gemacht hat.

Alle menschliche Kenntnisse stehen in äet

engsten Verbindung $ wird eine Wissenschaft aur gebauet imd eSrweitert, so T<rirkt dies unmittelbar auf- die nahe verwandten , und später auch auf die entfernten« . Am wenigsten kann wohl die kaum .entstandene Geschichte der Urwelt der Bei^. hülfe anderer Wissenschaften entbehren , Vorzugs' lieh solcher^ welche sich mit der Naturkunde, im weitesten Sinne des Woiftes^^ beschäftigen, Es sind dieses folgende:

l. Die Astronomie. Sie bestimmt das Ver^ hältnifs, in welchem d^r Erdkörper zu andern Kör* pem des grofsen Weltenraums, zu den Sonnen^ Planeten 9 Monden und Kometen steht} sie lehrt

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die grofsen Räume kennen, in denen sich diese Körper beVvegen.- Dieser Weltinraum ist mit fei- iien unwägbaren Stolxen erfüllt, in tvelchen die mächtigsten Kräfter tbätig öind« .

Die höhere Physik ^ucht die Gesetze auf- zufindenv welche diese Kräfte des Weltenrauans^ beivihrer Thätigkeit befolgen und . die höher^ Chemie .weist die Verände- hingen nach, welche die ieinen WältenstofEe durch eih solches Einwirken erleiden^^ Beide zu- letzt genannten Wissenschaften sind noch nicht Weit vorgeschritten ,:.' kaum sind ihre ersten An- fangsgründe au^efitnden. Das Gesetz des Ge- gens9a(?e$;od^.äe]t. Polarität^ duf welches die dua- listi^eh^ ::ader':jelectro- dhemiscHe Natur* lehre alles zurückführt,, scheint nicht das allge^ TBi^lßm I gulßgld M ^u seyn.

Nur mit Hülfe cyieser beiden Wissenschaften können die Utttetsüchungen über ^a& Entstehen: dets Erdkqrpers und die Umbildungen seiner Rinda richtig geleitet, und daraus eine wahre, nicht ein-- gebildete, Geschichte der Urwelt au^estelk wer* den« Ihn.en untergeordnet sind:

a, die gemeine Physik und

bf die niedere Chemie, ^ welche beide sich mit den in der Erdrinde wal- tenden Naturkräften, und mit den dadurch .be- wirkten Auflösungen und Verbindungen beschäf- tigen, Ihr Gebiet erstreckt sich niur auf die Erd- rinde und ihre ßewohner^ und muls' hier sehr.

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oft den Gesetzen, der hohem Physik, und Chemie gehorchen«

c. Die Meteorologie macht von der nie« dem Chemie nur einen einzelnen Zweig aus, in* dem sie sich auf die chemischen Verbindungen und Auflösungen des Luftmeeres beschränkt« , Die Mineralogie^ im weitern Sinne^ lehrt den Erdkörper überhaupt^ 4and seine einzel- nen Qestandtheile kennen« Sie umfaüst mehrere einzelne Wissenschaften«

a. Die Geologe weist den Bau ^es Erd^ körper.s nach^ welche Reihenfolge die festen, flüs« sigen und gasartigen Theil^ desselben beobach* ten^ und welche grofsen Veränderungen sie in. den frühem Zeiten erlitteti haben. Oefters wird damit

b. die Geogenie verbunden , welche sucht^ so weit ea menschliche Kräfte erlauben« das Ent« stehen des Erdkorpers nachzuweisen. Schon in uralten Zeiten hat man solche Versuche enge* stellt, anfänglich roh genug, so lange die Men* sehen iri' der Himmels * und Erdkunde' nur we- nige Kenntnisse besaTsen, nachher mehr verfei« nert, so wie sich die Entdeckungen und Erwei- tenmgen mehrten, Koch jetzt enthält die Geo-t genie mancherlei Intbümer und gewagte Sätze^ als Folgen der geringen Fortschritte ia dep Jiih hem Physik und Chemie,

f;. Die Geognosie, Das Festland, als der Wohnsitz der Menschen, zieht^die Aufmerksam-

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köit ders^lbien wieit mehr aiif sich, al^ der Luft- kreis und das Meer^ ungeachtet beide von weit gröfserm Umfange sind, und ungeachtet auf sie die Kräfte des grofsen Weltraums weit hräftiger .hinwirken', als auf das Festland. Die Geognosie beschäftigt sich mit dem . Entstehen der Gebirgs^ arten, mit der Reihenfolge ihrer Auflagerung und der dabei Statt gefundenen Zeitfolge.* Da sie das Entstehen und Ausbilden des festen Theils der Erdrinde nachzuweisen sich bestrebt, so hat sie auf die Geschic^hte der Urwelt einen grofsen Ein* flufs. 'Sie ist' noch eine neue Wisseüschaft, wel- che der verstorben^ Werner aus defii vorgefun-»' deben^^nd neu ehtdeckten Bestandtheilen zusam* mensefee.

d. Die Oryktognosie lehrt die einfachen Bestaridtheile der Gebirgsarten erkennen und weist die Vferhäknisse nach, unter welchen die einzel- nen Gebirgsschichten erseheinen, und welche die v^chieden^n Gebirgsarten zu einander beobachten. "^^'*''e/l)ie Qrognosie oder Gebirgskunde, be- scß^ftlfgi sich mit den Massen und dem Bau der Gebirge.

f. Die mineralogische Chemie, oder chemische Mineralogie, weiset die Urstoffe nach, aus welchen 'die einzelnen Mineralien oder Fossilien bestehen, und die Verhältnisse der ver- schiedenen Mischungen, und

g. die spezielle Mineralogie und die mineralogische Geographie zählen d'^^

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Fundörter aiif^iUnd beschreiben die Art des Vor- kommens der einzelnen Mineralien^ welche dann gewöhnlich als selbstständige Körper, Wie die TMere und Pflanzen, und nicht als die kleinsten Bruchstücke des grofsen Erdkörpers behandelt werden« Aus dieser unrichtigen Ansicht ist in unsem Lehrbüchern der Naturgeschichte die feh- lerhafte Eintheilung der drei Naturreiche, und der Gegensatz der organischen und. unorganischen Körper entstanden. Der letztere findet gar nicht Statt, und Mineralien, als Rindenstücke des Erd* körperS) lassen sich nicht den Thieren und Pflan- zen, sondern den Bruchstücken aus den Häuten und Rinden derselben gegenüber stellen,

h* Die Petrefaktenkunde sammelt die Tfachxichten von den aufgefundenen Ueberresten untergegangeiier Thier- und Pflanzepawelten und sucht diese zu ordnen. Die Kenntnifs der frü« hem Bewohner der Erdrinde würde immer sehr unvollständig bleiben, wenn nicht dabei ein un- unterbrochenes Vergleichen mit den jetzt leben-^ den Thieren und Pflanzen angestellt würde. Dea* halb haben

5. Zoologie,

6. vergleichende Anatomie imd

7. Botanik

einen sehr grofsen Einflufs auf urweltliche Un-* tersuchungen. Nur durch innige Bekanntschaft mit diesen drei Wissenschaften, kann, Jemand in der urweltUchen Naturgeschichte wichtige . und

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folgenreiche Entdeckungen macben , xind Nach- fpl^er'ieines Blumenbach, Sömmering, Cu- vier u. a. werden. Durch solche Männer wer-

, den viele noch vorhandene Vorurtheile beseiti- ger, Unrichtigkeiten verbessert,^ und zuletzt die. Urbewohner der Erde mit den jetzt lebenden

; Pflarizeh- und ThieVgeschleqhtern in ein zusam-* mehfaängendes Lehrgebäude aufgestellt ^

Selten möchte ein einzelner Mahn sich fin-*

' den, der alle vorhin genannten Zweige des menschlichen Wissens vollständig zu übersehen

' vermag^ ihn müssen Vereine v6n mehrem Män- nern ersetzen/ Wissenschaftliche Vereine beför- dern nicht das Fortschreiten der Mathematik, Philosophie und ihnen ähnlichen Wissenschaften, <[as geschieht mehr durch ausgezeichnete Köpfe auf dem einsamen Zimmer; aber« zu der A^sbrei- tung der Naturkuride ist ein Zusammentreffen von Menscheh, welche sich in den verschiedenen'

] Zweigen derselben auszeichnen, von dem gröfsten Nutzen, zumal ,wenn vollständige Sammlungen ihnen- zum Gebrauch offen stehen. - i

, Zwar kann mit Sammlungen einzelner Per- sonen Vieles ausgerichtet werden, das hat unser S 1 u m e n b a t h bewiesen. Gewöhnlich aber sind sie unvollständig, und einer baldigen Zerstreuung ausgesetzt. Nur Sammhingen eines groijsen Volks erlangen die höchste Vollständigkeit. Sie müssen sammtliche einzelne Stücke aus der Erdrinde, in mineralogischer und geognostischer Hinsicht^ fer*

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ner die jetzt lebenden Thier- und Pflanzenwel- ten, und die in der Erde befindlichen Ueberreste untergegangener Welten enthalten. Die äulserst selten vorkommenden Sachen, ?• B, ^der von Adams im Eismeer mit der Haut und dem Fleisch gefundene Mammuth,. ein im Kohlen «^e- birge befindlicher Baum ,mit seinen Verzweigun- gen, werden so lange durch treue Abbildungen oder Nachbildungen in Gyps, Wachs u,- s. Wt ersetzt, bis sich einmal Gelegenheit findet, ein solches seltenes Stück der Sammlung zu' ver* schaffen *)•

Die an Pflanzenarten zu Paris aufgestellte Sammlung des französischen Volkes ist bis jetzt die vollkommenste, und ihr Gebrauch machte es einem Cuvier, Brongniart, Lamark, Faujas St. -Fond möglich, die Naturkunde mit auffal- lend wichtigen Entdeckungen zu bereichern. Hof- fentlich wird auch Eieütschland bald ähnliche vollr ständige Sammlungen vorzeigen können, da die Liebe zu den Naturwissenschaften sich immer mehr verbreitet. Bis diese Hoffnung erfüllt wird, müssen sich Freunde der urweltlichen Naturkunde mit selbst angelegten kleinen Sammlungen und Abbildungen zu behelfen suchen. Die letztem

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^) Im Archiv für di« neüetten Eatdeckungra atit der Ur* weit, 5teii Bandet erttet Stück, S. 5 85. Quedlinburg iSai« «ind die -lur Anlage solcher Saiamlungca «rforderli- chwn AnptalUa AHijgeiäUt wwdeiu .

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sind in sehr vielen Schriften zetßttt^uet, und sie ohne Lücken zu sammehi. rerursacht viele Ko« ,sten und Zeit *). ' ^

Ein Verzeicbnifs allerg die Geschichte der Urwelt betreffex)(den Schriften, würde unnöthiger- weise vielen Raum Wegnehmen; es findet sich schon bis zum Jahre 181 9 vollständig in der vorr ,hin erwähnten